Nach einem feinen Frühstück laufen wir nun mit unserer Bavaria 44 aus dem Hafen aus, wobei unser Skipper trotz dem morgendlichen lebhaften Treiben im Hafen, das Ruder sicher in seinen Händen hat und es mit Leichtigkeit auf die offene See hinaussteuert. Nun liegt die ganze Weite des bezaubernden Bodensees in strahlenden hellen Blautönen vor uns und wir gleiten langsam mit leichtem Seitenwind auf dieser bezaubernden weißen Yacht auf der Oberfläche des Wassers dahin. Jeder von uns zieht sich nun auf einen schönen Platz auf der Yacht zurück, denn es benötigt Ruhe, Zeit und Aufmerksamkeit, um die gesamte Schönheit dieses Augenblicks zu erfassen.

 

Der ruhige See wird an seinen Ufern von zauberhaften Städten und hohen Bergen eingesäumt und zeigt sein Wasser in den schönsten Farbtönen in blau und grün. Durch die wärmenden Strahlen der Sonne, kommen wir schnell in einen angenehmen Zustand der Entspannung, der sich nicht nur wunderbar anfühlt, sondern in dem wir die einzigartige Schönheit, die dieser Platz hier auf Erden hat, noch intensiver wahrnehmen können. Der stille See ermöglicht uns, das Schiff für einige Zeit zu steuern und wir genießen dieses ermächtigende Gefühl, das Steuer in der Hand zu haben, sinnübertragend auf unser eigenes selbstbestimmtes Leben, das es nun immer mehr zu führen gilt.

 

Den wunderbaren Tag gestalten wir abwechselnd mit tiefsinnigen Gesprächen und Übungen zur intensiveren Wahrnehmung, aufgelockert mit Musik und Tanz, herzhaftem Lachen und dann wiederum stillem Innehalten und tiefe Dankbarkeit verspürend.

 

Als wir am späteren Nachmittag die Rückfahrt in unseren Heimathafen planen, zieht ganz plötzlich ein Gewitter auf, das uns nach ganz kurzer Zeit auch schon erreicht hat. Nun dürfen wir die Erfahrung machen, wie es sich anfühlt, wenn ein Gewitter auf See auf eine größenmäßig kleine Yacht mit voller Wucht trifft. Wir spüren wie der Regen von allen Richtungen kommt und mit enormer Kraft auf die Seitenflächen des Bootes aufklatscht, wobei er von starken Windböen von allen Seiten her begleitet wird, sodass es sich augenblicklich für einen Laien wie mich anfühlt, als wäre das Boot nicht mehr zu steuern. In dieser Schrecksekunde erinnere ich mich daran, was wir mit unseren eigenen Gedanken verursachen können und gebe meine Energie verstärkt in ein Beruhigen und Vorbeiziehen des Gewitters, welches nun noch etwas Zeit für die Umsetzung in die Realität benötigt. Ich fühle mich, als würde ich in einer stark schaukelnden Wiege liegen, aus der ich gleich rauspurzeln würde. Unser erfahrener Skipper hat zwar alles unter Kontrolle, allerdings ist es für mich noch eine ganz eigene Erfahrung, wenn höhere Kräfte der Natur auf uns einwirken. Es erinnert uns daran, dass wir an eine höhere Macht und an den Göttlichen Plan vertrauen dürfen. So rasch wie das Gewitter gekommen ist, zieht es nach einer kurzen intensiven Zeit weiter und die Yacht lässt sich wieder leicht steuern. Wir fahren zurück in den Heimathafen und sind sehr dankbar, dass nun wieder ruhigere Zeiten angebrochen sind.

 

Wir verbringen einen wunderschönen kulinarischen und geselligen Abend auf unserer Yacht im Hafen und genießen weiter die fantastische gemeinsame Zeit, die uns geschenkt wird. Gegen Mitternacht gehen wir alle in unsere Kajüten, wobei ans Einschlafen noch lange nicht zu denken ist.