karriesma´s logbuch

 

nimm kurs auf die neue welt 

Je länger ich den Geschichten dieses Bregenzerwälders zuhörte, desto stärker spürte ich diese Sehnsucht in mir, mir wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen und schönen Dinge im Leben zu nehmen. Als er abgereist war und ich allein an der Rezeption Dienst machte, kamen meine Gedanken einfach nicht mehr zur Ruhe. Sie kreisten und kreisten in meinem Kopf herum und stellten Fragen, auf die ich keine Antwort wusste. Warum hatte ich schon seit Jahren keinen Urlaub mehr? Warum konnte ich mit meinem Gehalt nur meinen Lebensunterhalt bestreiten und keine schönen Ausflüge mehr unternehmen? War meine Angst als Alleinerzieherin, in der ich Beruf und Familie allein zu bewältigen hatte so groß, dass ich gar nicht daran dachte mich in einer anderen Firma, in der Wohnung, Kindergarten und Schule nicht im Umkreis von einem Kilometer lagen, zu bewerben? Wo waren alle meine Träume hingekommen? War ich wirklich in einem Hamsterrad gelandet, aus dem es keinen Ausweg gab? Oder hatte ich noch nicht den Mut etwas zu tun, dass mein ganzes Leben verändern könnte? Als die Fragen in meinem Kopf sich langsam zurückzogen, begann ich mich daran zu erinnern, wie schön es war, als ich ferne Länder und Städte bereist hatte, traumhafte Wanderungen in der Natur gemacht und die Schönheit unserer Mutter Erde wahrgenommen habe. Zu den Erinnerungen kamen wunderschöne Bilder aus der Vergangenheit, die meine Sehnsucht immer größer und größer werden ließ. An dies alles wieder erinnert zu werden und die Hoffnung, dies wieder erleben zu können veranlasste mich, dem Bregenzerwälder eine Nachricht zu senden, in der ich ihm für dieses tiefsinnige Gespräch dankte und ihm schilderte, was nach seiner Abreise in mir vorging. Am darauffolgenden Tag rief er mich an und musste mir, aus Freude über meine Zeilen, noch etwas Wichtiges mitteilen. Er erzählte mir, dass er sich meine Zeilen ausgedruckt und aufgehängt hat und seinen Freunden und seiner Familie zeigt, was ich ihm geschrieben habe. Er fragte mich, ob ich wüsste, dass ich Talent zum Schreiben habe und mit meinen Worten so viel mehr vermittle als nur den Inhalt. Und langsam begann ich mich daran zu erinnern, dass meine Lehrer in der Schule meine Aufsätze der ganzen Klasse vorlasen und ich es in meiner Jugend geliebt habe, meinem Tagebuch alles anzuvertrauen, was mich bewegte. Die Frage, warum ich jemals aufgehört habe zu schreiben, stellte sich in diesem Augenblick nicht mehr. Das was zählte war, dass ich wieder zu schreiben begann. Und zwar an diesen Bregenzerwälder. Tag für Tag erzählte ich ihm aus meinem Leben und den Begegnungen, die ich weiterhin im Kurhotel hatte. Ich hatte den Entschluss gefasst, ihm mein erstes Buch zu widmen, dem ich den Titel „Briefe an Knuffi“ gab und dass ich als unser Buch bezeichnete. Abend für Abend saß ich nach einem langen Arbeitstag und nachdem ich meine Tochter zu Bett gebracht hatte mit einem Glas Rotwein am Computer und schrieb Knuffi was mich bewegte. Es war ein Geschenk, dass ich ihn von einer Seite kennenlernen durfte, die wohl wenige von ihm kannten und die mich faszinierte. Ich erzählte ihm aus meiner Vergangenheit, von meinen Herausforderungen, die ich bewältigt hatte und erkannte, dass das Schreiben eine der besten Therapieformen war. Altes konnte dadurch bereinigt werden und in die Vergebung kommen. Ich nahm ihn damals ein Stück meines Weges mit, auf dem ich gerade meine ersten Erfahrungen mit „übersinnlichen“ Wahrnehmungen und „energetischen“ Therapien machte. Mein erstes Buch war noch im selben Jahr zu Weihnachten fertig und ich verschenkte diese Spezialausgabe voller Freude an alle meine einzigartigen Freunde. Zu diesem Zeitpunkt war es die schönste Liebeserklärung, die ich je einem Seelenverwandten gemacht habe und Knuffi konnte es nicht glauben, dass ich ein Buch über ihn geschrieben habe. Da es dieses Buch nicht mehr gibt, habe ich ihm in meinem neuesten Werk eine Herzensgeschichte gewidmet, in Erinnerung daran, dass ich seitdem meinem Herzen folge und meine Berufung lebe. Fortsetzung folgt ….

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Seit dem Zeitpunkt der Heilung meiner Lunge gehörte zu meinem Alltag nicht nur, dass ich die dafür vorgesehenen Steine bei mir trug und sie auf meinem Schlafplatz hatte, es galt nun zu erkennen, welche Botschaft meine Lunge, die mein Doktor als das „Organ der Trauer“ bezeichnete, für mich noch hatte. Ich lernte, dass wir Botschaften von unserem Körper bekommen, wenn wir nicht im Einklang mit unserem „Wahren Selbst“ leben. Nun galt es hinzuschauen, was mich in meinem Leben so traurig machte, was auf meine Lunge drückte und mir dadurch die Luft zum Atmen nahm. Von meinem früheren Job war ich es gewohnt, meine Arbeit mit Genauigkeit zu erledigen, vorrangig immer zur Zufriedenheit und Freude der Menschen, für die ich meine Dienstleistung erbrachte. In diesem Kurhotel, an dem ich nun als Rezeptionistin tätig war, war eine solche Arbeitsweise, die durch äußere Umstände, welche von der damaligen Geschäftsführung vorgegeben waren, nicht mehr möglich. Jede Woche kamen Menschen zu einem dreiwöchigen Aufenthalt hierher, mit der Erwartung, dass sie sich in dieser kurzen Zeit wieder so gut stärken und ihre Beschwerden lindern, um danach wieder an ihrem Arbeitsplatz funktionieren zu können. Es gab immer wieder auch solche, die dieses Vorhaben nicht mehr geschafft und ihren Job aufgegeben hatten und sich auf einer längeren Erholungsphase befanden. Nun galt es, diesen Menschen in dieser Zeit die perfekte Mischung anzubieten, um sie bei ihrem gesetzten Ziel zu unterstützen. Dies waren stärkende, schmerzlindernde Therapien, gesundes Essen, ruhige Zimmer, kraftgebende Wanderungen, geselliges Beisammensein, heilsame Gespräche und einiges mehr. Zu dieser Zeit gab es noch keinen Verbindungsgang zwischen Hotel und Kurhaus, weshalb es den Gästen aufgrund ihrer Lungenerkrankung oft schwer fiel, den steilen Hügel zu bewältigen um zu den Therapien zu kommen. Und so gab es viele tägliche Herausforderungen, die wir durch den Zusammenhalt innerhalb unseres Teams immer wieder bewältigen konnten. An manchen Tagen gab es Verständnis seitens der Gäste für die unabänderlichen Vorgaben seitens der Geschäftsführung, an anderen Tagen reisten sie einfach wieder ab. Mit großem Einsatz versuchten wir an jedem neuen Tag uns unseren Aufgaben zu stellen und diese zu meistern. Das Schönste daran waren die Begegnungen mit wunderbaren Menschen, mit denen wir dann immer wieder belohnt wurden und die uns die Kraft gaben, unseren Weg weiter zu gehen. Genauso eine Begegnung hatte ich dann an einem traumhaft schönen Sommertag, als ein Kurgast aus Vorarlberg, den ich bereits von einem früheren Aufenthalt kannte, zu mir an die Rezeption kam um vorzeitig nach Hause zu fahren. Ich war ihm während seines Aufenthaltes nur selten begegnet, doch als er nun vor mir stand, seine Zimmerrechnung bei mir beglich und ich sah, dass er aus einem Ort kam, in dem ich vor langer Zeit Urlaub gemacht hatte, geschah durch ihn das „Wunder des Erinnerns“. In diesem Wunder liegt die Möglichkeit, dass wir an etwas erinnert werden, das wir schon lange Zeit vergessen haben. Und genau dies geschah nun durch diesen charmanten Bregenzerwälder, der in seinem unwiderstehlichen vorarlbergischem Dialekt von seiner Heimat erzählte und meine Seele ganz tief in meinem Innersten berührte und mich daran erinnerte, was meine wahre Berufung hier auf Erden ist. Fortsetzung folgt ….

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Als ich dieser Tage ganz spontan wieder einmal in Oberzeiring gelandet bin, machte ich abends noch einen Spaziergang auf den Kalvarienberg und erinnerte mich, mit Blick auf das Kurhotel, an die Zeit, als ich damals vor dreizehn Jahren hier als Rezeptionistin zu arbeiten begonnen hatte. Als damalige Asthmatikerin hielt ich es für eine gute Idee, nach der Trennung auch unseren Wohnort dorthin zu verlegen, da dieser Ort als Luftkurot gilt und dies in Kombination mit dem Heilstollen sehr vielversprechend geklungen hat. Als nach einiger Zeit ein Steintherapeut ins Hotel kam, durfte ich erleben wie es ist, wenn Heilsteine auf „erkrankte“ Stellen des Körpers aufgelegt und diese wieder in die ursprüngliche Schwingung zurückgebracht werden. Es fühlte sich damals wie ein Wunder an, das mir allerdings auch aufzeigte, dass dies alles nur Teil meiner Gesundung war und ich bis heute noch sorgfältig auf meinen Körper, meine Seel und auch meine Gedanken achten darf. Allerdings hat mich dieses gefühlte „Wunder“ das erste Mal spüren lassen, dass es viel mehr gibt, als mein Verstand erfassen kann und so hat mein Weg zu mir selbst (manche nennen es auch spirituellen Weg) begonnen. Esoterik bedeutet nach innen gerichtet, wobei man durch ein „sich öffnen“ einen Zugang zu etwas bekommt, dass es jenseits unserer materiellen Welt noch etwas anderes gibt. Fortsetzung folgt ….